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Nachricht 30. Dezember 2021

Strackholt knüpfte einst Netzwerk für Auswanderer

Nordwest Zeitung vom 30.11.2021

In Strackholt wurde 1865 eine Missionsschule gegründet. Diese knüpfte ein Netzwerk für Auswanderer in die ganze Welt.

Die lutherische Missionsschule in Strackholt bot Auswanderern einst die Fahrkarte in die Neue Welt. Dort wurden Ostfriesen über das Netzwerk Strackholt (1865-1915) in alle Herren Länder geschickt. Der Victorburer Pastor Jürgen Hoogstraat hat viele Jahre die Schicksale und Hintergründe erforscht und nun in einem Buch vorgelegt. Es trägt den Titel „Netzwerk Strackholt - Auswanderinnen und Auswanderer, Diakonissen, Missionare, Prediger zur Zeit Remmer Janssens“. Ein ostfriesisches Dorf prägte in 50 Jahren die Missionstätigkeit in einem „weltumfassenden Netzwerk“, teilt Helmut Fischer, Vorsitzender der Upstalsboomgesellschaft für Familienforschung in Aurich mit.

Die Missionsschule sandte Impulse im 19. und 20. Jahrhundert in alle Welt. „Das soll vor dem Vergessen bewahrt werden“, betont Hoogstraat, der die Schicksale der vielen damaligen Auswanderer beleuchtet, die beispielsweise in Amerika in „verpflanzten Gemeinden“ lebten und dort auf Pastoren aus der alten Heimat Ostfriesland warteten.

Im Mittelpunkt der Erweckungsprediger Remmer Janssen

Im Mittelpunkt des Netzwerkes steht auch das Wirken des „herausragenden Erweckungspredigers Remmer Janssen“, der in beispielloser Weise seit 1877 in Strackholt wirkte. „Was fand er in Strackholt vor? Wen hat er beeinflusst?“, waren Fragen, die Hoogstraat sich stellte und beantwortet. Aber ebenso wichtig ist dem Chronisten: Was waren das für Leute, die in Scharen aus Strackholt und Umgebung in die weite Welt gingen? Was waren das für Leute, die aus ganz Deutschland in seine Missionsvorschule nach Strackholt kamen? Wie und wo haben sie ihre Spuren hinterlassen?

Um den Stellenwert zu beurteilen, wurden von Hoogstraat vielseitige Quellen und Dokumente bearbeitet. „Es entsteht der Eindruck, neben anderen europäischen Zentren gab es auch eines mit weltweiter Verflechtung in Ostfriesland, nämlich Strackholt“, betont auch Fischer. „Die Kanzel bestimmte nicht nur das Innenbild der historischen Dorfkirche St. Barbara, sondern war auch Mittelpunkt des Gemeindealltags. Missionsfeste, Missionsvorschule, Missionare nach Nordamerika, in asiatische und afrikanische Länder und ein prägender Pastor Remmer Janssen. „Entstanden ist insgesamt eine Dokumentation ostfriesischer Geschichte mit vielen Namen und Ereignissen, auf die manche Familie in Strackholt und Umgebung sicherlich noch stolz sein dürfte“, betont Fischer.

Das Buch ist erhältlich zum Preis von 17,50 Euro. Herausgegeben wird es von der Upstalsboom-Gesellschaft für historische Personenforschung und Bevölkerungsgeschichte in Ostfriesland. Es ist ab dem 4. Dezember in der Kirchengemeinde Strackholt, Steenkerweg 1, Strackholt, und in der Fachstelle der Upstalsboom-Gesellschaft, Fischteichweg 16, 26603 Aurich unter 04941/967878 jeweils freitags zwischen 10 und 17 Uhr zum Preis von 17.50 Euro erhältlich. Unter www.upstalsboom.org ist das Buch im Shop online zuzüglich Versandkosten zu bestellen.

Buch auch in Strackholt erhältlich

Diese Buch kann nach jedem Gottesdienst in der Kirche erworben werden. Genauso ist das auch im Pfarrhaus abgeholt werden.