30 LANDESKIRCHE HANNOVER HERBSTTAGUNG 2025
Landeskirche Hannover Herbsttagung 2025
Was macht Ihr eigentlich eine Woche lang auf der Synode in Hanno-
ver?
Der Tagungsplan für die Synodalen der gewählten Mitglieder der ev. lutherischen Kirchengemeinden in
Niedersachsen war in der letzten Novemberwoche von Dienstag bis Freitag stramm gefüllt. Viele The-
men standen auch bei diesem Treffen wieder an. Am Montag beginnt schon die Vorbereitung in unserer
Gruppe auf die vielen Themen der folgenden Vollversammlung.
Die ca. 80 Mitglieder sind das höchste Entscheidunsgremium unserer Landeskirche.
Es gibt über 10 Ausschüsse, die alle Themen berühren, die in unserer Kirche anstehen.
Punkte aus dem Tagungsplan:
Umwelt- und Bauausschuss: Klimaschutz und Gebäudemanagement, welche und wieviele Immobilien
brauchen wir in unserer Kirche? Gibt es andere Nutzungsmöglichkeiten für unsere Immobilien?
Theologie und Kirche: Begleitung Sozial-Media-Angebote, wie wichtig ist die digitale Kirche? Wie beset-
zen wir die Pastorenstellen?
Bericht der LKA: Gemeinde-und Pfarramtspraktika sowie Stipendien zur Gewinnung von Personen für
den pfarramtlichen Dienst.
Grundsätzeausschuss: Zukunftsprozess, Anfänge des Glaubens
Kirchenmusik und Kultur: musikalische Landkarte, wieviel Chorarbeit gibt es im Lande
Diakonie: Welche Bedeutung hat unsere Diakonie in unserer Gesellschaft? Welche Möglichkeiten haben
wir mit den optimal ausgebildeten Diakonen unserer Kirche?
Weitere Nutzung des Klosters Amelungsborn, welcher Aufwand kommt auf uns zu?
Am Mittwoch wurde das schwere Thema „sexualisierte Gewalt in unserer Landeskirche“ besprochen.
Betroffene waren anwesend und trugen selber in nicht öffentlicherer Sitzung , weitere wurden verlesen.
Es sollte allen Beteiligten gerecht werden. Die Berichte bewegten die Synodalen sehr. Landesbischof
Meister übernimmt die Verantwortung für eine lernende Kirche: „Wir müssen ein sicherer Ort für Men-
schen sein.“
In den letzten 3 Jahren ist in der Hannoverschen Landeskirche zur Präventation sexualisierter Gewalt
viel passiert. Prävention, Intervention, Aufarbeitung und Unterstützung haben Fahrt aufgenommen. Es
geht um einen Bewusstseins- und Kulturwandel und das Sensibilisieren zu Thema. Die Synode über-
nimmt Verantwortung für Versäumnisse und Strukturen, die in Vergangenheit unsägliches Leid ermög-
licht haben.
Am Donnerstag stand der Bischofsbericht mit der Friedensdenkschrift der EKD im Mittelpunkt. „Die
Welt ist in Unordnung geraten!“ Neue Prioritäten bestimmen die Machtfrage. Die Feststellung der ak-
tuellen Veränderung ruft neue Herausforderungen unserer Gesellschaft hervor. Auch wir in unserer
Kirche können uns nicht zurückziehen. Die traurige Erkenntnis: da die Welt noch nicht erlöst ist, gibt es
Boshaftigkeit und Gewalt.
Viele Fragen stellen sich uns neu:
die ethische Position im Umgang mit Gewalt
der Blick auf die gesellschaftlichen und politischen Spannungen
unsere Aufgabe als Kirche für alle Menschen da zu sein, seien es Soldaten, Kriegsdienstverweigerer oder
Flüchtlinge
Der neue Begriff sollte sein: Verteidigungsfähigkeit statt Kriegstauglichkeit!
Der Bischof stellte fest, wir leben in einem Dilemma: egal, wie wir uns verhalten: wir tragen Schuld.
Dezember 2025 Hinrich Tjaden, Synodaler für unseren Sprengel