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GEISTLICHES WORT
„Nun sag', wie hast du's mit der Religion?“
(Faust. Der Tragödie erster Teil, Vers 3415)
Regelmäßig verschafft sich die evangelische Landeskirche Hannovers mit der Kirchen-
mitgliedschaftsuntersuchung ein Bild von ihren 2,1 Millionen Kirchenmitgliedern. Eine
erste Auswertung zeigt, was diese von „der Kirche“ und von „ihrer“ Gemeinde vor Ort
erwarten.
Zuerst einmal etwas Positives: Trotz aller Schreckensmeldungen ist die Zahl der Kir-
chenmitglieder in den letzten Jahrzehnten durch Austritte und Sterbefälle „nur“
um 25 % gesunken. Umgekehrt heißt das aber, dass der Glaube für drei Viertel der frü-
heren Mitglieder weiter wichtig ist. Trotzdem werden die Mitgliederzahlen auch durch
Sterbefälle weiter sinken. Das ist aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Denn es gibt Vieles, das in der Kirche gut läuft, und Anderes kann verändert werden.
Mit der Gemeindeversammlung im April haben wir einen ersten Schritt dazu unternom-
men.
Der Grund für diese Hoffnung ist die große Bedeutung der Ortsgemeinde. Hier entsteht
die Bindung zum Glauben und zur Institution Kirche. Hier im Dorf können Kinder in eine
evangelische Lebenswelt hineinwachsen. Das setzt aber voraus, dass sie regelmäßig
den Kontakt in der Gemeinde erleben. Dies liegt in der Verantwortung von Eltern und
Großeltern. Wenn Eltern mit der Taufe darauf warten, dass ihr Kind selbständig einen
positiven Zugang zum Glauben findet und sich dann für die Taufe entscheidet, hat das
meist den gegenteiligen Effekt. In der Praxis bedeutet das Aufschieben der Taufe fast
immer, dass ein Kind nicht getauft wird
.
Glauben und Religion geben da eine Antwort, wo es um die Grenzen menschlichen Le-
bens geht, und Sachargumente keine Erklärung liefern können. So sind aus dem christ-
lichen Glauben viele der Werte entstanden, die unser Zusammenleben prägen. Daher
ist es wichtig, dass Kinder aus aktivem Erleben eine eigene Einstellung dazu entwickeln
können.
Die Barbara-Gemeinde macht Kindern und Jugendlichen dafür verschiedene Angebote.
Im Vorschulalter feiern wir die Erinnerung an die Taufe. Seit letztem Jahr findet in der
Grundschule Strackholt wieder ein Einschulungsgottesdienst statt. Überhaupt wurde
die Zusammenarbeit mit der Grundschule weiter ausgebaut. Der Schulchor kommt in
der Adventszeit zu einer Aufführung in die Kirche. Die 3. und 4. Klassen nutzen die Kir-
che als außerschulischen Lernort im Fach Religion. Sie haben dabei Orte in der Kirche
entdeckt, für die sie sich begeistern, und die sie vorher noch nicht kannten. Gemeinsam
mit Bagband und Spetzerfehn setzen wir den Konfirmandenunterricht in aktualisierter
Form neu auf. Jugendliche aus der pfarramtlich verbundenen Kirchengemeinde Bag-
band freuen sich auf Gleichaltrige aus Strackholt, um eigenverantwortlich gemeinsame
Nachmittage zu gestalten.